Als eine der ersten Kommunen in Deutschland war es Münster, wo schon vergleichsweise früh nach dem Zweiten Weltkrieg durch ein öffentliches Mahnmal an die Zerstörung der Synagoge 1938 erinnert wurde – nämlich vor 75 Jahren. Am 29. Mai 1949 weihte der damalige Oberbürgermeister Gerhard Boyer einen rechteckigen, im Hochformat aufgestellter Stein aus Muschelkalk mit einer Höhe von 2 Metern ein, der zunächst auf dem Synagogengrundstück zur Promenade hin und ab 1985 am heutigen Standort an der Klosterstraße platziert wurde. Schon 1947 gab es einen ersten Vorstoß, denn die Aufstellung eines Gedenk- und Mahnmals war für den 10. Jahrestag der „Reichskristallnacht“ vorgesehen. Daher lautet die Inschrift: „Hier stand das Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde unserer Stadt Münster. Es wurde am 9. November 1938 ein Opfer des Rassenwahnes. Von der Gemeinde, die 1938 noch 430 Mitglieder zählte, blieben nur 20 am Leben. Den Toten zum ehrenden Gedenken, den Lebenden zur Mahnung. 9. November 1948. Die Stadt Münster Westf.“ Die Website der Stadtarchivs Münster erinnert unter der Rubrik „Erinnern nach 1945“ >>> an den Gedenkstein und die späteren Ereignisse rund um dieses Mahnmal.  

Fotos: Stadtarchiv Münster